Infos und Tipps zum richtigen Spenden

Die wichtigsten Infos und Tipps zum richtigen Spenden 

Vor allem bei humanitären Katastrophen wie beispielsweise dem Erdbeben in Haiti, dem Atomunglück und dem Tsunami in Japan oder der Hungersnot in Ostafrika, ist Hilfe aus dem Ausland unverzichtbar.

Aber auch hierzulande sind Menschen immer wieder auf Hilfe angewiesen, etwa wenn sie eine schwere Krankheit ereilt, ein Unfall alles auf den Kopf stellt oder sie durch einen Wohnungsbrand oder ein Hochwasser plötzlich vor dem Nichts stehen. 

Da letztlich jede Hilfe finanziert werden muss, wird in Spendenaufrufen um Unterstützung gebeten und erfreulicherweise ist die Spendenbereitschaft in Deutschland hoch. Aber oft schwingen auch Bedenken mit, ob das gespendete Geld tatsächlich für sinnvolle Projekte verwendet wird und vor allem, ob es dort ankommt, wo es benötigt wird.

Sicherlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass ein Teil der Spendengelder anders als von den Spendern angedacht verwendet wird und in der Tat gibt es einige schwarze Schafe, die die Hilfsbereitschaft der Menschen ausnutzen, um ihre eigenen Taschen zu füllen. 

Woran sich seriöse Hilfsorganisationen erkennen lassen und worauf es beim Spenden noch zu achten gilt, erklärt die folgende Übersicht mit den wichtigsten Infos und Tipps zum richtigen Spenden:

Das Spenden-Siegel

1893 wurde das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen, kurz DZI, gegründet. Träger dieses unabhängigen wissenschaftlichen Dokumentationszentrums sind unter anderem das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie der Berliner Senat. Seit 1992 zeichnet das DZI gemeinnützige Organisationen mit dem sogenannten Spenden-Siegel aus.

Um das Siegel zu erhalten, muss die Organisation einen Antrag stellen und sich einer umfassenden Überprüfung unterziehen, bei der es unter anderem um die Qualität der sozialen Arbeit, das Kostenmanagement und die Transparenz geht. Die Kosten für diese Prüfung trägt die jeweilige Organisation und vergeben wird das Siegel für jeweils ein Jahr. Ist eine Organisation mit dem Spenden-Siegel ausgezeichnet, können Spender ihr Geld dieser Organisation bedenkenlos anvertrauen.

Allerdings bedeutet das nicht, dass Organisationen ohne Spendensiegel automatisch unseriös sind. Es gibt eine Reihe von Hilfsorganisationen, die sehr gute und wertvolle Arbeit leisten, aber bislang noch kein Spenden-Siegel erhalten oder beantragt haben. Wer sichergehen möchte, kann die Organisation einfach fragen, weshalb sie kein Spenden-Siegel hat.

Vorsicht ist dann geboten, wenn die Organisation nicht auf die Anfrage reagiert oder das Siegel als überflüssig und unsinnig abstempelt. Bei allen Fragen, die den Themenbereich Spenden betreffen, kann aber auch das DZI kontaktiert werden.  

Die Gemeinnützigkeit

Ein weiteres Merkmal, das für die Seriosität einer Organisation oder Stiftung steht und auch aus steuerlicher Sicht von Bedeutung ist, ist die Gemeinnützigkeit. Ist eine Organisation oder Stiftung nämlich durch das Finanzamt als gemeinnützig anerkannt, können die Spenden als Sonderausgaben in der Steuererklärung abgesetzt werden.

In vielen Fällen weisen die Organisationen zu Werbezwecken auf diesen Steuervorteil auch hin. Bei Spenden bis zu einer Höhe von 200 Euro reicht dem Finanzamt in aller Regel ein Überweisungsbeleg. Sind die Spenden höher, muss meist eine Zuwendungsbescheinigung vorlegt werden, die die Organisationen aber normalerweise von sich aus zu Beginn eines Jahres an ihre Spender schicken.

Hat das Finanzamt die Gemeinnützigkeit einer Organisation nicht anerkannt, sollte auf eine Spende besser verzichtet werden. Dies hat aber natürlich nur den Grund, dass die Spenden nicht steuerlich geltend gemacht werden können, sondern hat vor allem etwas mit der Seriosität zu tun. Dennoch ist auch die anerkannte Gemeinnützigkeit kein felsenfester Beweis, denn es gehört nicht zu den Aufgaben des Finanzamtes, zu überprüfen, ob die Informationsunterlagen wahr und die Hilfsprojekte sinnvoll sind.

Für diese Überprüfung ist einzig und allein das DZI zuständig.  

Die Auskunftsbereitschaft

Eine seriöse Organisation informiert umfassend über sich selbst, den Tätigkeitsbereich und die Projekte. Zudem können Mitglieder, Spender und Interessierte jederzeit Fragen stellen oder um ausführliche Informationen bitten. Zeigt eine Organisation hingegen keine Auskunftsbereitschaft oder reagiert sie sehr zögerlich, deutet dies darauf hin, dass sie etwas zu verbergen hat.

Kann der Spender nicht in Erfahrung bringen, wie und wofür sein Geld verwendet wird, sollte er von einer Spende besser absehen. Skepsis ist aber auch angebracht, wenn die Organisation verspricht, dass jeder Euro garantiert vor Ort ankommt.

Natürlich möchte jeder Spender, dass sein Geld tatsächlich hilft, aber jede Organisation hat Ausgaben, die unvermeidbar sind. So muss eine Organisation verwaltet werden und damit Projekte realisiert und Arbeiten erledigt werden können, müssen Mitarbeiter, Fahrzeuge und die erforderlichen Materialien vorhanden sein.

Zudem muss eine Organisation in Werbung investieren, um Spender zu finden. Eine seriöse Organisation wird aber die Höhe der notwendigen Ausgaben ohne zu zögern offenlegen.  

Nicht drängen lassen!

Eine Spende ist immer freiwillig und eine seriöse Organisation wird einen potenzieller Spender niemals dazu drängen. Um das Mitgefühl zu wecken, arbeiten einige Organisationen mit schockierenden Fotos oder sehr gefühlsbetonten Texten. Es steht außer Frage, dass Bilder und Texte notwendig sind, um einem Spender zu zeigen, wofür gesammelt wird und wohin das Geld fließen soll.

Aber es müssen keine Fotos von halbverhungerten, weinenden Kindern, gefolterten Regimegegnern oder massiv verletzten Tieren sein. Solchen Fotos fehlt nicht nur jegliche Form von Feingefühl, sondern der Verdacht liegt nahe, dass Menschen durch die Bilder schockiert und ein Stück weit manipuliert werden sollen. Eine solche Vorgehensweise ist sehr fraglich und zudem unseriös.

Ebenso unseriös ist es, wenn Menschen fast schon überfallartig zum Spenden gebracht werden sollen. So werden potenzielle Spender in Fußgängerzonen angesprochen oder an der Haustür um eine Spende gebeten, die natürlich nur sofort und am besten per Erteilung einer Einzugsermächtigung getätigt werden kann.

Hier sollte der Spender äußerste Vorsicht walten lassen, denn wenn der Spender nicht selbst entscheiden kann, ob und wann er spendet, ist die Organisation das Geld nicht wert.  

Geldspenden vs. Sachspenden

Viele würden Sachspenden Geldspenden eigentlich vorziehen. Aber Geldspenden sind aus mehreren Gründen oft die bessere Lösung. Ein Grund ist, dass die Organisationen Geld flexibler nutzen können. Ein anderer Grund ist, dass der Transport von Kleidung, Spielsachen, Lebensmitteln oder Möbeln hohe Kosten verursacht.

Der dritte Grund ist, dass einem Land mehr damit geholfen ist, wenn die Dinge vor Ort gekauft werden, denn so werden nicht nur die Bedürftigen, sondern auch die einheimischen Händler und Produzenten unterstützt. Eine Ausnahme bilden lediglich Sachspenden, die vor Ort nicht erhältlich sind. In diesem Fall sagen die Organisationen aber, welche Dinge konkret benötigt werden.  Einen Sonderfall bilden Kleiderspenden.

Über ganz Deutschland verteilt stehen unzählige Kleidercontainer und regelmäßig werden Kleidersammlungen durchgeführt. Hierhinter stehen jedoch Geschäftspraktiken, die äußerst fragwürdig sind, denn nahezu alle noch tragbaren Kleider werden verkauft. Ein Teil wandert in Secondhand-Shops. Seriöse Organisationen finanzieren mit den Erlösen zwar einen Teil ihrer Hilfsarbeit, unseriöse Anbieter hingegen freuen sich über satte Gewinne.

Der größere Teil der Kleidungsstücke landet aber als Billigware auf Wochenmärkten in der Dritten Welt, was oft das Ende der heimischen Textilindustrie bedeutet. Nicht mehr tragbare Kleidung wiederum wird für viel Geld an die Industrie verkauft, die sie weiterverarbeitet. Wer mit seiner noch gut erhaltenen Kleidung wirklich Gutes tun will, sollte sie daher in einer städtischen oder kirchlichen Kleiderkammer abgeben.

Diese Einrichtungen verteilen die Kleidung tatsächlich an bedürftige Personen, beispielsweise an Obdachlose, an Straßenkinder, an mittellose Rentner oder an einkommensschwache Familien.

Weiterführende Steuertipps und Steuerratgeber:

 

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